Zylinderkopfdichtung erneuern 1,9 TDI PD (ASZ)
 
 

 

Hier zeig ich exemplarisch, wie man bei einem Seat Cordoba die Zylinderkopfdichtung erneuert. Dabei handelt es sich um einen 1,9L TDI PD Motor mit den Kennbuchstaben ASZ. Dieses stellt keine vollständige Anleitung dar, sondern dient lediglich zum Veranschaulichen einer derartigen Reparatur.

Durchgeführt habe ich disee Reparatur, weil das Auto Kühlwasser verlor/verbrauchte und sich Öl im Kühlsystem ablagerte. Auf längeren Autobahnfahrten bei höhrerer Geschwindigkeit wurde der Motor auch zu heiß.

Die Vermutung lag auf einer defekten Zylinderkopfdichtung und vllt. einem Haarriss im Zylinderkopf bzw. ein Verzug dessen.

 

Und so geht's:

Der Ausgangszustand.

Hier ein Foto des alten mit Öl verschmierten Kühlwasserbehälters.

Zuerst habe ich die linke Seite zerlegt, um Platz zu schaffen. Dazu zählen die Batterie samt Kasten, Luftfiltergehäuse und andere Kleinigkeiten.

Anschließend habe ich das Kühlwasser abgelassen und weitere Schlauch und Kabelverbindungen an der linken Seite des Motors entfernt/getrennt.

Anschließend ging es dem Ventildeckel an den Kragen...

...gut zu erkennen die Pumpedüse Einheiten.

An der rechten Seite ging es weiter.

Den Motor habe ich abgestützt und den Halter abgeschraubt. Zudem habe ich den Keilrippenriemen sowie die Abdeckungen des Zahnriemens entfernt.

Das Bild zeigt die undichte Wasserpumpe. Bei diesem Auto hat bereits jemand den Zahnriemen gewechselt, allerdings wurde keine neue Wasserpumpe verbaut.

Den nächsten Wechselintervall hätte der Motor wohl nicht geschafft.

Nachdem nun beide Seiten frei sind und auch hinten am Motorblock die Öl Zu- und Rückläufe des Turboladers sowie dessen Stutzen demontiert sind, können die Zylinderkopfschrauben herausgedreht werden.

Nun ist der Kopf frei und kann abgenommen werden.

Der Motorblock:

Hier erkennt man anhand von Spuren auf der Zylinderkopfdichtung, dass diese nicht abgedichtet hat und aus diesem Grund das Öl ins Kühlwasser gelangt ist. Zudem hat die Zylinderkopfdichtung die Verbrennungsgase zwischen den einzelnen Zylindern nicht sauber getrennt.

Der alte Zylinderkopf (hier bereits komplett zerlegt und gereinigt) war übersät mit Haarrissen, nicht nur an den obligatorischen Stellen zwischen den Ventilsitzen und an den Bohrungen für die Glühkerzen, sondern auch zwischen den Wasserkanälen. Dieses wurde beim Abdrücken festgestellt, da es mit bloßem Auge nicht ersichtlich war. Zudem wies der Zylinderkopf einen starken Verzug auf!

Die Seite der Ventile.

Daraufhin habe ich einen anderen gebrauchten Zylinderkopf gekauft. Dieser befand sich in einem guten Zustand, ohne Risse. Er wurde anschließend gereinigt und alle Dichtungsflächen geschliffen.

Nun ging es ans Zusammenbauen. Zuerst wurden die Hydrostössel eingesetzt. Wichtig hierbei ist, dass man die Teile vorher immer einölt, um die Reibung zwischen der einzelnen Bauteilen beim ersten Start des Motors zu minimieren.

Zudem wurden neue Lagerschalen für die Nockenwelle eingesetzt.

Hier ein Foto einer alten Lagerschale. Deutlicher Verschleiß ist ersichtlich!

Nachdem die Hydrostössel verbaut und die Lagerschalen eingesetzt sind, kann die Nockenwelle samt Brücken verbaut werden. Hierbei ist das korrekte Anzugsdrehmoment zu beachten! Zudem müssen auch die Innenflächen der Lagerschalen eingeölt weren!

Der Abgaskrümmer wurde angeschraubt. Zu verwenden sind hierbei neue Kupermuttern sowie eine neue Dichtung. Die Flächen am Zylinderkopf und am Krümmer müssen sauber und glatt sein.

Für die Ansaugbrücke gilt dasselbe, allerdings werden hier die alten Schrauben wiederverwendet. Die Unterdruckpumpe (ganz links auf dem Foto) erhält selbstverständlich auch eine neue Dichtung.

Bevor der geschliffene und montierte Zylinderkopf aufgesetzt wird, muss der Motorblock auch bearbeitet werden. Die alte Zylinderkopfdichtung wird entfernt und alte Dichtungsreste sowie Schmutz werden abgeschliffen. Anschließend dreht man den Motor entweder auf OT, oder (wenn man sich nicht sicher ist, wie die Steuerzeiten am Zylinderkopf stehen) dreht man den Motor so, dass alle Kolben versenkt sind und es zu keinem Kontakt mit den Ventilen kommen kann.

Alle Gewindebohrungen müssen frei von Öl- , Wasser- und Schmutzrückständen sein!

Sind die Vorbereitungen soweit abgeschlossen wird die neue Zylinderkopfdichtung aufgelegt. Für diesen Motor gibt es drei Verschiedene, die sich in ihrere Stärke unterscheiden. Welche man braucht, muss am Kolbenüberstand gemessen werden.

Einige der alten Wasserschläuche habe ich durch Neuteile ersetzt, da das Öl diese teilweise aufquellen ließ.

Gut zu erkennen auf diesem Foto.

Der Zylinderkopf samt Anbauteilen fertig zur Montage.

Hier ist der Zylinderkopf bereits aufgesetzt und entsprechend der Anzugsdrehmomente festgezogen. Es müssen neue Zylinderkopfschrauben verwendet werden. Ich habe mich für die stärkeren 12.9er aus dem Golf 4 (ARL mit 150PS) entschieden, um eine eventuelle Reserve für Leistungssteigerung bzw. Haltbarkeit zu schaffen.

Die Pumpedüse Elemente wurden wieder eingesetzt. Diese habe ich mittels Dichtungssätzen neu abgedichtet.

Auch die Kipphebel kommen wieder an ihren ursprünglichen Platz.

Damit kein Unglück geschieht und evtl. noch etwas in den Motor hineinfällt, habe ich diesen möglichst früh wieder verschlossen, d.h. den Ventildeckel aufgesetzt und festgeschraubt.

Die Ventildeckeldichtung ist bei VW leider nicht mehr einzeln erhältlich, weshalb ich diese mit einer dünnen Dichtungsmasser versehen habe.

Anschließend wurde die linke Seite des Motors wieder komplettiert.

Die rechte Seite erhielt selbstverständlich eine neue Wasserpumpe sowie einen Zahnriemensatz.

Nachdem alles zusammengesetzt war, habe ich pures Leitungswasser in den Motor aufgefüllt und den alten Kühlmittelbehälter verwendet.

Zu dem Leitungswasser habe ich einen speziellen Kühlerreiniger beigemischt, der die alten Ölrückstände herauslösen sollte. Mit dem Reiniger bin ich etwa eine halbe Stunde bei höhrerer Drehzahl gefahren und habe anschließend das ganze Wasser abgelassen. Daraufhin habe ich das System weitere zwei Mal mit purem Wasser befüllt (ohne Reiniger) um die Reste des Reinigers zu entfernen.

Eine lange Prozedur, doch zum Schluss habe ich den Behälter ausgetauscht und Frostschutz im richtigen Verhältnis mit Wasser gemischt. Minus 30 Grad Celsius sind mehr als ausreichend.